09. Oktober 2008

Kavernenspeicherprojekt in Jemgum geht voran

Jemgum.

Soletransportleitung und Teile der Wasserentnahmestelle fertig gestellt / Emsdeiche rechtzeitig wieder geschlossen / Neue Genehmigung für Soleeinleitstelle in die Nordsee steht noch aus.

Die WINGAS GmbH & CO. KG und die EWE AG haben die ersten Arbeiten für den Bau eines unterirdischen Erdgaskavernenspeichers im ostfriesischen Jemgum abgeschlossen. Der Speicher entsteht in einem Salzstock, der mehrere hundert Meter unter der Erdoberfläche liegt.

So ist die Wasserentnahmestelle in der Ems bereits fertig gestellt. Sie liefert das Emswasser, mit dem der Salzstock ausgespült wird. Dadurch entstehen Hohlräume (Kavernen), in denen das Erdgas später gespeichert wird.

Die Soletransportleitung, über die das salzhaltige Wasser nach dem Ausspülen der Kavernen abtransportiert wird, ist nun von Jemgum bis Hatzum fertig gestellt. Nach jetzigem Planungsstand wird die Leitung im kommenden Jahr von Hatzum bis nach Rysum verlängert. Damit leiten die Unternehmen die Sole direkt in die Nordsee. „Das hat große Vorteile, da wir so die Beeinträchtigung der Natur minimieren und teilweise auf bereits bestehende Leitungen zurückgreifen können“, erklärt Arkadius Binia, Projektleiter der WINGAS. „Wir berücksichtigen damit wichtige regionale und landespolitische Entwicklungsziele“, so Binia weiter.

Weitere Genehmigungsverfahren eingeleitet

„Das gemeinsame Speicherprojekt der WINGAS und der EWE ist ein komplexes Projekt“, erklärt Ralf Riekenberg, Projektleiter der EWE: „Die konkreten Vorbereitungen für die Verlängerung bis nach Rysum laufen bereits: Wir werden den Antrag auf Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis im Oktober stellen, um die Sole direkt in die Nordsee einleiten zu können, auch wenn die Bauarbeiten nach derzeitigem Planungsstand erst im Frühjahr 2009 starten werden. So stellen wir sicher, dass das Projekt nahtlos weiterläuft.“ Denn auch für das Land Niedersachsen ist das Projekt von Bedeutung: Neben der Erhöhung der Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa kommt Niedersachsen mit dem Bau der Erdgasspeicher eine besondere Rolle als Energiedrehscheibe zu.

Gemeinsames Speicherprojekt stärkt Versorgungssicherheit

EWE und WINGAS wollen in den nächsten Jahren insgesamt 33 Kavernen im Salzstock Jemgum errichten. EWE plant, 15 Kavernen mit einem Volumen von jeweils bis zu 700.000 Kubikmeter zu bauen. WINGAS wird zunächst 18 Kavernen mit einem geometrischen Volumen von bis zu 750.000 Kubikmeter realisieren. Die beiden Speicher werden zusammen entwickelt, nach Fertigstellung 2011/12 jedoch unabhängig von beiden Unternehmen betrieben. In Jemgum soll einer der größten Erdgaskavernenspeicher in Deutschland entstehen. Damit wird ein wichtiger Beitrag für die Versorgungssicherheit in Deutschland geleistet. Denn die Erdgasspeicher erlauben die flexible und sichere Energieversorgung über das ganze Jahr hinweg.

Die WINGAS GmbH& Co. KG ist als europäisches Energieunternehmen im Erdgas-Handel und -Vertrieb an Kunden in Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Österreich, der Tschechischen Republik und Dänemark aktiv. Zu den Kunden gehören Stadtwerke, regionale Gasversorger, Industriebetriebe und Kraftwerke. In den Aufbau einer Erdgastransport- und Speicherinfrastruktur hat das Unternehmen seit 1990 mehr als 3 Milliarden Euro investiert. Das über 2.000 Kilometer lange Leitungsnetz der WINGAS TRANSPORT verbindet die großen Gasreserven Sibiriens und die Erdgasquellen in der Nordsee mit den wachsenden Absatzmärkten in Westeuropa. Im norddeutschen Rehden verfügt WINGAS über den größten Erdgasspeicher Westeuropas – mit einem Volumen von über vier Milliarden Kubikmetern Arbeitsgas – und ist am zweitgrößten Speicher Mitteleuropas in Haidach, Österreich, beteiligt. Zur sicheren Versorgung Europas mit Erdgas entstehen derzeit weitere Erdgasspeicher in Großbritannien und Deutschland.

Weitere Informationen unter: www.wingas.de.

EWE mit Hauptsitz in Oldenburg ist eines der größten Energieunternehmen in Deutschland. Das Leistungsspektrum des Konzerns umfasst Strom-, Gas- und Wasserversorgung, Energie- und Umwelttechnik, Gastransport und -handel sowie Telekommunikation und Informationstechnologie. Damit bietet EWE klassische und innovative Dienstleistungen aus einer Hand. Die Netz-Infrastruktur von EWE zeichnet sich aus durch hohe technische Qualität, Versorgungssicherheit und wirtschaftlich effizienten Betrieb. Frühzeitig hat EWE seine Kernkompetenzen zum Betreiben komplexer Netze und sein umfassendes Know-how an Fernwirk- und Regeltechnik zu einem zukunftsorientierten Multi-Service-Angebot ausgebaut. Über das angestammte Geschäftsgebiet in Norddeutschland hinaus ist EWE auch in den neuen Bundesländern, Polen und in der Türkei erfolgreich tätig. Der EWE-Konzern beschäftigte Ende 2007 rund 4.700 Mitarbeiter und setzte 4,7 Mrd. Euro um.

Weitere Informationen unter: www.ewe.de

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