Archäologische Fundgrube tief unter der Erde

Der Bau des Erdgasspeichers Jemgum wird intensiv von Archäologen der "Ostfriesischen Landschaft" genutzt, um auf dem Betriebsgelände von astora und der EWE einen einmaligen Blick unter die Erdoberfläche des Terrains zu werfen und auf historische Fundstätten hin zu untersuchen.

Die archäologischen Ausgrabungen haben bereits eine Fülle von Funden sowohl aus der römischen Kaiserzeit als auch aus dem frühen Mittelalter zu Tage gefördert. Vor allem die Flächen zwischen der Gemeinde Jemgum und Jemgumkloster entpuppten sich als archäologische Fundgrube tief unter der Erde.

Den bislang wichtigsten Fund gelang den Archäologen mit dem ältesten Boot Ostfrieslands. Das erste, fast vollständig erhaltene Wasserfahrzeug der Region stammt vermutlich aus dem zweiten bis dritten Jahrhundert nach Christus. Der 50 bis 60 Zentimeter breite Bootskörper des Einbaums hat eine Länge von 4,75 Metern. Im feuchten Kleiboden ist das Holz hervorragend erhalten geblieben. Jan F. Kegler, Leiter des Archäologischen Dienstes der "Ostfriesischen Landschaft" in Aurich, erklärt nun das weitere Prozedere: "Zur weiteren Restauration wird das Boot in Schleswig behandelt."

Die aus einem einzigen Baumstamm herausgearbeiteten «Stammboote» waren typische Transportfahrzeuge für Binnengewässer und den Küstenraum. Die Tragkraft eines sechs bis sieben Meter langen Bootes lag bei einigen 100 Kilogramm. An dem Bootskörper in Jemgum waren Bug und Heck abgeschlagen.

Zuvor fanden die Wissenschaftler unter anderem einen Hofplatz aus dem frühen Mittelalter, dessen Überreste bereits im vergangenen Jahr auch auf der anderen Straßenseite zum Deich hin ausgegraben wurden. Mehr als 2000 angespitzte Holzpfähle, die ersten Erkenntnissen nach zu einer alten Uferbefestigung gehören, zählen ebenso wie Tonscherben eines sogenannten Kugeltopfs aus dem frühen Mittelalter zu den bisherigen Funden.

Zudem stieß ein achtköpfiges Grabungsteam  auf alte Uferbefestigungen aus teilweise bis zu 80 Zentimeter langen Rundhölzern. Die Archäologen gehen davon aus, dass sich dabei um eines der ältesten erhaltenen Sielbauwerke handeln könnte. Nach ersten Schätzungen stammt das historische Bauwerk aus dem zweiten oder dritten Jahrhundert nach Christus. Mit dem Damm wurde offenbar ein Priel zur Ems hin abgetrennt. Die bisherigen Ergebnisse der Ausgrabungen ergaben, dass das Ufer westlich der Ems von Soltborg bis Jemgum wesentlich dichter besiedelt war, als es bisher abgenommen.

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