16. Januar 2014

Erdgasspeicher Jemgum: Ab Februar Soletransport per Schiff

Jemgum. Der Speicherbau auf dem astora-Gelände in Jemgum geht weiter: Zum Abtransport der Sole wird astora jetzt zwei Schiffe einsetzen. Die Tankschiffe transportieren die Sole, die beim Kavernenbau entsteht, vom Speichergelände zur Landemole nach Rysum. Dort gelangt sie über die bereits genehmigte Einleitstelle an der Außenems in die Nordsee. Der ursprünglich geplante Abtransport der Sole über Land ist aufgrund eines Anfang September 2013 aufgetretenen Schadens an der Soletransportleitung noch nicht wieder möglich. „Solange die Soletransportleitung nicht vollständig überprüft wurde, transportieren wir die Sole per Schiff“, erklärt Projektleiter Arkadius Binia. „Umwelt- und Sicherheitsstandards gehen bei uns ganz klar vor. Aus diesem Grund setzen wir nach Erhalt der erforderlichen Genehmigungen Spezialschiffe ein, die für einen solchen Transport zugelassen sind. Natürlich bedeutet dies auch einen zusätzlichen Kostenaufwand.“

Gasbefüllung im ersten Quartal 2014

Eine der Kavernen wurde in diesen Wochen planmäßig fertig gestellt. Der Hohlraum der Kaverne ist derzeit noch mit Sole gefüllt. Die so genannte „Gaserstbefüllung“ soll im ersten Quartal 2014 stattfinden. Um die Kaverne mit Erdgas zu befüllen, wird die im Inneren befindliche Sole durch die Einleitung des Gases verdrängt. Damit die Sole zeitgleich abtransportiert werden kann, wird das Soletransportsystem auf dem Speichergelände jetzt so angepasst, dass eine direkte Verladung auf die Schiffe möglich ist. Dafür wird das Tankschiff über eine Leitung direkt mit der Solanlage verbunden. Die Leitung wird auf Höhe des Pumpwerks über den Deich verlegt. Eine automatische Kupplung sorgt dafür, dass die Sole erst dann in die Schiffe gepumpt werden kann, wenn der Anschluss sicher und fest verschlossen ist. Vorher kann die Sole nicht fließen.

Bauarbeiten auf dem Firmengelände

Die ersten Vorbereitungen für den Transport per Schiff haben auf dem Gelände der astora bereits im Dezember begonnen. Zusammen mit dem Ingenieurbüro PSE-Engineering GmbH aus Hannover errichtet astora dafür zunächst eine Baufläche. Die Umrüstung der Anlagen soll bis Ende Januar 2014 abgeschlossen sein. Dies gilt auch für notwendige Arbeiten am Außendeich und in Rysum/An der Knock. „Der Beginn der Gaserstbefüllung und damit auch die Soleentleerung der ersten Kaverne ist für Februar 2014 geplant“, erklärt Projektleiter Binia. „Die Kavernenentleerung wird voraussichtlich 120 Tage dauern. Wir sind optimistisch, dass dieser Zeitplan eingehalten werden kann.“

Untersuchungen an Soletransportleitung fortgeführt


Am 3. September 2013 wurde eine Leckage an der Soletransportleitung Jemgum-Rysumer Nacken festgestellt. Die Projektpartner EWE Gasspeicher und astora haben den Soletransport sofort eingestellt und die zuständigen Behörden informiert. Die schadhafte Stelle, ein Riss von etwa 13 mm Länge, konnte innerhalb von 24 Stunden abgedichtet werden. Um die Pipeline vollständig untersuchen zu können ist der Transport der Sole durch die Leitung weiterhin eingestellt. Der Betrieb wird erst dann wieder aufgenommen, wenn ein sicherer Soletransport garantiert werden kann. Für die Wiederaufnahme bedarf es der Genehmigung des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG).

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